Behandlung für IBD/IGOR beim Hund

Die mit diesem Verfahren erzielten langjährigen Behandlungserfolge bei bislang unbefriedigend therapierbaren “IBD”-Fällen wurden anhand einer Klinik-Studie von systematisch aufgearbeiteten Fällen belegt.
Dabei galt das über die Jahre sich kristallisierende Motto:
“Where all think alike no one thinks very much”, W.Lippmann, 1915).
Der Autor stellt hier ein wirklich einfaches und vor allem zuverlässig zielgerichtetes diätetisch basierendes Behandlungskonzept der oft unerkannten IBD-Fälle, die schätzungsweise 30 Prozent der chronischen, oft rezidivierenden Darmprobleme des Hundes ausmachen, vor.

Bewährt hat sich der IBD-Fragebogen, mit dem die anamnestischen sowie klinischen Leitsymptome erfasst werden (auch zur Kontrolle über die Jahre geeignet!). Dann folgt eine pragmatisch-diagnostische und therapeutische Vorgehensweise, die in der Praxis erfreuliche Erfolge zeigt:
A Eine rektale Untersuchung und gegebenenfalls endoskopischer Ausschluss von Tumoren und die Abklärung von häufig begleitenden Giardien (ELISA-Kotuntersuchung) und sonstigen Parasitosen. Giardien sind dabei offensichtlich nicht ursächlich, vielmehr als Begleitbefund anzusehen.
B Die üblicherweise geforderten Darm-Biopsien sind »leider« relativ aufwändig und meist nosologisch unspezifisch und somit nach unserer Praxiserfahrung letztlich eher irrelevant.
C Ein erhöhter Gehalt (>5 μg/ml Serum) des Hundespezies-validierten hochsensitiven, aber unspezifischen C-reaktiven Proteins (CRP) beweist zusammen mit der typischen Anamnese praktisch die klassische Dickdarm-IBD. Die Dünndarm-IBD = IGOR tritt meist ohne erhöhten CRP-Gehalt auf.

Standardtherapie der IBD mit Dickdarmschwerpunkt

Mit einer diätetischen Ernährung, die das Mikrobiom stärkt und einer dauerhaften Compliance konnte und kann in vielen bis dato überwiegend unbefriedigend medikamentös therapierten Fällen jahrelang dauerhafte Symptomfreiheit erzielt werden. Heilbar ist die IBD i.d.R. nicht. Ideal ist dazu eine dauerhafte strenge (!) Eliminationsdiät ausschließlich mit circa 1,2 Prozent des Lebendgewichtes
IBDerma-Hyposens  (also ca. 120g Futter/ 10kg) sowie
LupEnterol, IGOReflux, Inu-Tryptophan (alle LupoVet ®), Sauerkraut, und/oder saure Gurken und reifer Limburger Käse (SSLL-System, Details s.u.).

Die Fütterung/Therapie wird gut akzeptiert und führt i.d.R. zu einem sehr guten Allgemeinbefinden. Gerade bei der Alleinfutterdauergabe ist dieser Aspekt sehr wichtig.
IBDerma-Hyposens wird als Alleinfutter mit frischem Wasser unter freier Zugabe von frischem Gemüse aller Art sowie unüblichen Proteinquellen wie zum Beispiel reinem Ziegen-, Schaf- oder Pferdefleisch ausdrücklich empfohlen. Reine Kauartikel werden insbesondere bei IGOR NICHT empfohlen, da sie vermehrt Magensäure bilden lassen.
Für die Kohlenhydrat-Abteilung im Futter eignet sich aufgeschlossenes Maniokmehl zum Mehlieren beim Selbstkochen von o.a. Fleischsorten. Als Leckerlis dienen beispielsweise gedörrte Lammnuggets oder glutenfreie Snacks wie Lupino/Lupo-Bones (alle LupoVet).

Die tierärztliche Initial-Therapie nur in klinisch bereits besonders auffälligen Stadien besteht aus der nur einmaligen i.m.-Applikation von 0,2 mg/kg Dexamethason (beispielsweise zirka 1 ml/20 kg Rapidexon®, WdT) sowie für zunächst 8 bis 12 Wochen circa 20-25 mg/kg des Immunmodulators Sulfasalazin (Azulfidine 500mg uncoated® N3, alternativ auch als Reimport Salazopyrina N1,N2, Pfizer), idealerweise verteilt auf dreimal täglich, dazu kann die Tablette zerteilt/gemörsert  werden. Sie dient der Regulation der pathorelevanten lymphozytären Darmzellreihen (MALT = mucosa-associated lymphoid tissue).


Eine individuelle Betreuung können Sie, auch aus rechtlichen Gründen, erst nach einer Anmeldung für eine kostenpflichtige Beratung erhalten.
Sie finden die Anmeldung hier. zum onlineticket bei ibd


Auch auf Getreideprodukte zwingend verzichten

Um den dauerhaften Erfolg nicht zu gefährden, muss auf bestimmte Kohlenhydratquellen (Getreide, Nudeln, Getreidenebenprodukte, Hirse, Kleie,  Kartoffeln, getreidehaltige Leckerlis, Reis, Brät oder Wurst wie Lyoner, Nassfutter mit Bräteinlage) zwingend verzichtet werden. Einmal wieder ausgelöste »Darmkrisen« können wochenlange Reaktionskaskaden nach sich ziehen.

blutiger durchfall hund

Dabei sollte auf die Medikation, wie zum Beispiel Dauergaben an systemischen Kortikosteroiden, Antibiotika oder Zytostatika (Prednisolon, Dexamethason; Metronidazol, Tylosin, Sulfonamide; Cyclosporin A oder Azathioprin etc.) gänzlich verzichtet werden.

Etwa 40 Prozent der Patienten kommen nach unserer langjährigen Erfahrung bei strengem (!) Regime mit IBDerma-Hyposens ganz ohne Medikation aus. Die restlichen 60 Prozent bedürfen zur dauerhaften Symptomfreiheit lediglich einer permanenten Zugabe von zunächst 20-25 mg/kg Sulfasalazin (z.B. Azulfidine 500mg uncoated bzw. Salazopyrina 500mg), auf 3 x verteilt**, in den ersten 8-12 Behandlungswochen. Danach kann situativ eine dauerhaft beizubehaltende Dosis von ca. 5 mg/kg beibehalten oder auch noch weiter reduziert werden.

Zunehmend positive Erfahrungen für den Einsatz von Artemisia annua-Zubereitungen z.B. LupARTE 2.0, LupoVet) als Sulfasalazin-Ersatz liegen vor.
Mehr Informationen zu Artemisia annua finden Sie hier: artemisiavet.de.
Die zentrale Voraussetzung für einen nachhaltigen Behandlungserfolg ist eine konsequente Compliance, die unseres Erachtens schon wegen der schwerwiegenden und traumatisierenden Besitzererfahrungen durchweg eingehalten wird. Tierärztliche Nachuntersuchungen sind ceteris paribus nur ein bis zweimal pro Jahr zur CRP-Verlaufskontrolle (Anpassung der Sulfasalazin–Dosis) und zum Erfassen des Kontrollfragebogens nötig.

**Eine Drittelung der täglichen Azulfidine-Dosis reduziert die ohnehin extrem selten vorkommende (reversible) KeratitoConjunctivitis Sicca-Wahrscheinlichkeit (KCS = trockenes Auge mit gelbem Lid-Sekret) nochmals.


Standardtherapie der IBD mit Dünndarmschwerpunkt/inflammatorisch gastro-oesophagealer Reflux (IGOR)

Im Gegensatz zur in der Regel relativ einfach diätetisch-medikamentell beherrschbaren IBD ist der IGOR deutlich herausfordernder und deutlich individueller anzugehen.

Behandlungsschwerpunkt ist unserer Erfahrung gemäß wiederum neben möglichst häufigen “puffernden” Tagesgaben (4-5x) des Alleinfutters IBDerma-Hyposens, ggf. auch !ein wenig! ergänzt mit Wilde Weide-Ziege und Pure Weide-Ziege mit Beeren als Basis die 3-5malige Zugabe von IGOReflux Intense als Pulver oder praktischen Tabs. und ggf. zusätzlich geringen morgendlichen Dosen Budenosid (Budenofalk 3mg Hartkapsel, ca. 80-100 Kügelchen/10-15kg LG) sowie eine zweimalige Inu-Tryptophan-Gabe. (2x ca.175mg/Tag und ca.10-15 kg LG) langzeitliche Anwendung des im folgenden erörterten sogenannten SSLL-Systems  führt meist auch ohne käufliche Probiotika zur mittelfristigen Stabilisierung des Mikrobioms:

SSLL-System
S wie
Sauerkraut

frisches, ungekochtes Sauerkraut (aus dem Eimer vom Metzger) oder Krautsalat einschleichend bis zu 1% des Lebendgewichtes und oder

frisches, ungekochtes Sauerkraut (aus dem Eimer vom Metzger) oder Krautsalat einschleichend bis zu 1% des Lebendgewichtes und oder

frisches, ungekochtes Sauerkraut (aus dem Eimer vom Metzger) oder Krautsalat einschleichend bis zu 1% des Lebendgewichtes und oder

S wie
Saure Gurken

als Laktobazillus-/Laktatquelle zwischendurch

als Laktobazillus-/Laktatquelle zwischendurch

als Laktobazillus-/Laktatquelle zwischendurch

L wie
Limburger Käse

erfahrungsgemäß kann auch die wiederholten Gabe von Rotstreichkäsearten wie reifem Limburger Käse helfen (dauerhaft ca. 1-2x/Tag 1/8 (kleine Hunde) bis 1/4 (große Hunde)

erfahrungsgemäß kann auch die wiederholten Gabe von Rotstreichkäsearten wie reifem Limburger Käse helfen (dauerhaft ca. 1-2x/Tag 1/8 (kleine Hunde) bis 1/4 (große Hunde)

erfahrungsgemäß kann auch die wiederholten Gabe von Rotstreichkäsearten wie reifem Limburger Käse helfen (dauerhaft ca. 1-2x/Tag 1/8 (kleine Hunde) bis 1/4 (große Hunde)

als aufbereitetes Moorpräparat bewährt sich bei dreimaligen Gabe als leichtes Adstringens, organische Eisenquelle und Faserquelle mit einem Mix aus kurzkettigen organischen Säuren.

als aufbereitetes Moorpräparat bewährt sich bei dreimaligen Gabe als leichtes Adstringens, organische Eisenquelle und Faserquelle mit einem Mix aus kurzkettigen organischen Säuren.

als aufbereitetes Moorpräparat bewährt sich bei dreimaligen Gabe als leichtes Adstringens, organische Eisenquelle und Faserquelle mit einem Mix aus kurzkettigen organischen Säuren.

Slider

In den angegebenen Dosen sind dem Autor beim Hund –in Analogie zum Menschen– auch dauerhaft keine systemischen Nebenwirkungen wie bei systemischen Kortikoisden bekannt.

Die Erfahrungen mit PPI (Protonenpumpeninhibitoren) wie z.B. Omeprazol sind auf Dauer nicht nur ernüchternd, sondern auf Dauer zumindest beim Menschen ggf. sogar gefährlich. Von der Gabe magensäurefördernder Kauartikel wie z.B. “Kong”, Trockenhautartikeln und Ohren wird bei IGOR abgeraten.

Weitere Hinweise finden Sie unter: 5 goldene Regeln bei IBD/IGOR

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen